Rheinzabern








































































Wappen
Deutschlandkarte

Wappen der Ortsgemeinde Rheinzabern



Rheinzabern

Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rheinzabern hervorgehoben


49.1194444444448.2794444444444113Koordinaten: 49° 7′ N, 8° 17′ O
Basisdaten

Bundesland:

Rheinland-Pfalz

Landkreis:

Germersheim

Verbandsgemeinde:

Jockgrim

Höhe:
113 m ü. NHN

Fläche:
12,76 km2
Einwohner:
5010 (31. Dez. 2017)[1]

Bevölkerungsdichte:
393 Einwohner je km2

Postleitzahl:
76764

Vorwahl:
07272

Kfz-Kennzeichen:
GER

Gemeindeschlüssel:
07 3 34 024
Adresse der Verbandsverwaltung:
Untere Buchstraße 22
76751 Jockgrim
Webpräsenz:

www.rheinzabern.de

Ortsbürgermeister:
Gerhard Beil (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Rheinzabern im Landkreis Germersheim


Wörth am Rhein
Germersheim
Zeiskam
Ottersheim bei Landau
Knittelsheim
Bellheim
Scheibenhardt
Berg (Pfalz)
Hagenbach
Neuburg am Rhein
Jockgrim
Neupotz
Hatzenbühl
Rheinzabern
Steinweiler
Erlenbach bei Kandel
Kandel (Pfalz)
Winden (Pfalz)
Vollmersweiler
Freckenfeld
Minfeld
Leimersheim
Kuhardt
Rülzheim
Hördt
Schwegenheim
Lingenfeld
Freisbach
Weingarten (Pfalz)
Westheim (Pfalz)
Lustadt
Baden-Württemberg
Frankreich
Speyer
Rhein-Pfalz-Kreis
Neustadt an der Weinstraße
Landkreis Südliche Weinstraße
Landau in der Pfalz
Karte
Über dieses Bild



Rheinzabern (in Pfälzer Mundart Rheinzawere gesprochen) ist eine Ortsgemeinde im südpfälzischen Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Jockgrim an. Rheinzabern ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geographie


    • 1.1 Geographische Lage


    • 1.2 Gemeindegliederung


    • 1.3 Nachbargemeinden




  • 2 Geschichte


    • 2.1 Antike


    • 2.2 Mittelalter


    • 2.3 Neuzeit


    • 2.4 Einwohnerentwicklung




  • 3 Religion


  • 4 Politik


    • 4.1 Gemeinderat


    • 4.2 Bürgermeister


    • 4.3 Wappen


    • 4.4 Partnerschaften




  • 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten


  • 6 Wirtschaft und Infrastruktur


    • 6.1 Wirtschaft


    • 6.2 Bildung


    • 6.3 Verkehr




  • 7 Persönlichkeiten


    • 7.1 Söhne und Töchter der Gemeinde


    • 7.2 Personen, die vor Ort wirken oder gewirkt haben




  • 8 Literatur


  • 9 Weblinks


  • 10 Einzelnachweise





Geographie |



Geographische Lage |


Die Gemeinde liegt zwischen Bienwald und der Rheinaue. Durch den Ort fließt der Erlenbach, der sich in Leimersheim mit dem Otterbach zum Michelsbach vereinigt.



Gemeindegliederung |


Zu Rheinzabern gehören auch die Wohnplätze An der alten Neupotzer Straße, Bahnhaus an der Tongrube, Heulachhof, Rinkenhof, Römerbadschule, Wanzheimer Mühle und Zirkershof.[3]



Nachbargemeinden |


Jockgrim befindet sich ca. 2 km in südöstlicher Richtung, im Nordosten liegt Neupotz etwa 3 km entfernt. Der Ort Hatzenbühl liegt ca. 2 km im Westen, Rülzheim ist ca. 5 km entfernt in nördlicher Richtung erreichbar und Kandel liegt ca. 6 km entfernt im Südwesten.



Geschichte |





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Jüngere Geschichte seit 1816.
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Gemeindekirche Sankt Michael (2007)




Denkmalgeschützter Ortskern mit Gemeindekirche Sankt Michael (2017)



Antike |



Gegründet wurde der Ort unter dem Namen Tabernae als Raststätte an der römischen Fernstraße von Italien über Basel nach Mainz. Rheinzabern feierte im Jahr 2004 sein 1950-jähriges Jubiläum und ist damit die älteste Gemeinde in der Südpfalz. In römischer Zeit wurden hier vor allem Tonwaren hergestellt. Tabernae rhenanae galt als bedeutendste Töpfersiedlung des Römerreiches nördlich der Alpen. Besonders berühmt ist die Terra Sigillata Tonware, welche europaweit exportiert wurde. Noch heute kann man die antiken Brennöfen besichtigen. Römische Baukeramik wurde unter anderem für das Kastell Mogontiacum (Mainz) angefertigt. Interdisziplinäre Forschung ermöglichte die Lokalisierung von Ziegeln, die den Ziegelstempel der Legio XXII Primigenia tragen, für die Herstellungsprovenienz Rheinzabern.


Die zum Teil gut erhaltenen zahlreichen Fundstücke aus jener etwa 400 Jahre umfassenden römischen Herrschaftszeit sind vornehmlich im Historischen Museum der Pfalz in Speyer aufbewahrt.



Mittelalter |


Nach der Niederbrennung der römischen Siedlung durch Wandalen zu Beginn des fünften Jahrhunderts verliert sich die Geschichte Rheinzaberns, allerdings lassen verschiedene historische Zusammenhänge darauf schließen, dass hier im achten Jahrhundert ein Königshof entstanden war, in dem bereits zur Zeit der Merowinger eine Kirche bestand, die um das Jahr 746 als Schenkung des fränkischen Hausmeiers Karlmann an das Kloster Blidenfeld kam.


Im 12. Jahrhundert wurde der Ort als Zabern zum alten Erbe des Hochstifts Speyer gezählt, in dessen Besitz der Ort vermutlich durch eine Schenkung Kaiser Heinrichs IV. gekommen war. Bis zur Verlegung des Bischofssitzes nach Bruchsal im Jahr 1188 war die Burg in Zabern Sitz der Speyerer Fürstbischöfe. Im 14. Jahrhundert erhielt der Ort, zur Unterscheidung vom ursprünglich ebenfalls nur Zabern genannten Bergzabern seinen heutigen Namen Rheinzabern. 1366 wurde Rheinzabern als Stadt mit Geleit- und Zollrecht erwähnt. Hier blühten Handwerk und Handel sowie ein für das Umland bedeutendes Marktgeschehen. Rheinzabern zählte zum Oberamt Lauterburg und darin zur Amtskellerei Jockgrim.



Neuzeit |


Im Dreißigjährigen Krieg und den nachfolgenden, rund ein Jahrhundert andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen hatte der Ort sehr zu leiden, bis 1750 waren sämtliche Stadtmauern geschleift. Gleichwohl brachten die Zerstörungen des Krieges auch eine nachfolgende Neubebauung der Stadtfläche mit sich: 1711 war die Kirche erneuert, 1718 war das Rathaus wieder errichtet, 1766 war die Kirche komplett umbaut. Das Wachstum während der Friedenszeiten im späten 18. Jahrhundert führte 1777/78 zu einer signifikanten Erweiterung der Kirche.


Im Zuge der französischen Revolution kam Rheinzabern 1789 zu Frankreich und gehörte später zum Arrondissement Weißenburg im Département Niederrhein. In den nachfolgenden Jahren hatte Rheinzabern erneut unter kriegerischen Auseinandersetzungen und Truppendurchzügen zu leiden. 1815/16 kam der Ort unter die Verwaltung der kaiserlich-österreichischen Administration in Landau, am 16. Mai 1816 dann zum Königreich Bayern.



Einwohnerentwicklung |


Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.[4]








































Jahr
Einwohner
1802[5]
1.396
1815 1.822
1835 1.985
1849[5]
2.193
1861[5]
2.005
1871[6]
1.977
1905 1.839



































Jahr
Einwohner
1939 2.499
1950 2.706
1965 3.258
1970 3.433
1975 3.433
1980 3.407
1985 3.740



































Jahr
Einwohner
1990 4.102
1995 4.409
2000 4.419
2005 4.789
2010 4.914
2013 4.861
2017 5.010



Religion |


Durch seine Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer blieb Rheinzabern auch zur Zeit der Reformation katholisch. Dadurch ist der Ort bis heute überwiegend katholisch geprägt. Ende 2013 waren 58,0 Prozent der Einwohner katholisch und 17,9 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[7] Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1977 Einwohnern 1960 katholisch (99 Prozent) und 17 evangelisch (1 Prozent).[6]



Politik |



Gemeinderat |


Der Gemeinderat in Rheinzabern besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister Gerhard Beil als Vorsitzendem.


Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[8]



































Wahl SPD CDU GRÜNE FDP Gesamt
2014 6 9 3 2 20 Sitze
2009 6 8 3 3 20 Sitze
2004 5 9 3 3 20 Sitze


Bürgermeister |



  • 1952–1994: Walter Schellenberger (FDP)

  • seit 1994: Gerhard Beil (CDU)



Wappen |









Wappen von Rheinzabern


Blasonierung: „In Gold ein durchbrochenes, an der oberen Spitze mit einem Kreuz besetztes schwarzes Dreieck, durch das eine rote Schnur in Windungen gezogen ist.“[9]

Es wurde 1955 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1755.





Partnerschaften |


Mit den fünf französischen Gemeinden Chalmoux, Cronat, Mont, Saint-Aubin-sur-Loire und Vitry-sur-Loire (Communauté de communes entre Somme et Loire) im Burgund wird eine Partnerschaft gepflegt.[10]



Kultur und Sehenswürdigkeiten |





Terra Sigillata-Museum (2008)




  • Terra-Sigillata-Museum, seit 1977[11]

  • Römische Brennöfen in der Faustinastraße


  • historischer Ortskern mit stattlichen Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert


Ein historischer Rundweg führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.



Wirtschaft und Infrastruktur |



Wirtschaft |


Das Dorf hat ländlichen Charakter und war lange Zeit landwirtschaftlich geprägt. Heute stellt sich Rheinzabern als Wohngemeinde in der Nachbarschaft der großen Wirtschaftsräume Rhein-Neckar und Karlsruhe dar. In der Gemarkung Rheinzaberns reifen neben den üblichen Feldfrüchten auch Obst, Gemüse, Tabak und weißer Spargel. Der Ort wurde schon als pferdefreundliche Gemeinde ausgezeichnet. Rheinzabern verfügt über eine solide Infrastruktur mit vielen Handwerks- und landwirtschaftlichen Betrieben.


Das südöstlich des Ortes gelegene, seit 2008 zur Holcim-Gruppe[12] gehörende Kieswerk gewinnt, neben Grundstoffen für die Baustoffindustrie, Gold aus Sekundärablagerungen des Rheins (Rheingold). Das Werk ist der einzige offizielle Goldproduzent Deutschlands.[13]



Bildung |


In Rheinzabern gibt es die Grundschule an der Römerstraße und seit 2009 eine Integrierte Gesamtschule (IGS).[14]



Verkehr |


Rheinzabern ist an die Bahnstrecke Schifferstadt–Wörth angebunden. Seit dem 12. Dezember 2010 verkehrt auf dem Abschnitt Germersheim - Wörth am Rhein die Stadtbahn Karlsruhe. Dazu wurde die Strecke elektrifiziert. In Rheinzabern entstanden zusätzlich zum Bahnhof die zwei Haltepunkte Rheinzabern Alte Römerstraße am Baugebiet Steingebiss und Rheinzabern Rappengasse. Es gelten die Tarife des Karlsruher Verkehrsverbunds und des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.


Die Gemeinde ist aus östlicher Richtung über die Bundesstraße 9, Ausfahrt Neupotz erreichbar, sowie aus westlicher Richtung über die Autobahn A 65, Ausfahrt Kandel-Mitte.



Persönlichkeiten |



Söhne und Töchter der Gemeinde |




  • Paul Fagius (1504–1549), Reformator und Hebraist


  • Philipp von Pfeiffer (1830–1908), Domkapitular und Generalvikar in Speyer, in den Adelsstand erhoben


  • Ludwig von Mellinger (1849–1929), Baumeister


  • Maximilian Josef Pfeiffer (1875–1926), Politiker


  • Albert Pfeiffer (1880–1948), Archivar


  • Anton Pfeiffer (1888–1957), Politiker (BVP, CSU) und Diplomat


  • Columba Baumgartner (1912–2007), Zisterzienserin und Äbtissin


  • Walter Schellenberger (1920–2010), Ortsbürgermeister 1952–1994, Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtages 1975–1983


  • Leo Zirker (1937–2014), katholischer Moraltheologe


  • Reiner Marz (* 1958), Politiker (GRÜNE)


  • Hans Kantereit (* 1959), Autor und Übersetzer



Personen, die vor Ort wirken oder gewirkt haben |




  • Philipp Jakob Gillmann (1751–1825), kath. Pfarrer in napoleonischer Zeit, Glaubenszeuge[15]


  • Elisabeth Langgässer (1899–1950), Schriftstellerin, lebte seit 1948 in Rheinzabern


  • Manuel Hornig (* 1982), Fußballspieler, in Rheinzabern aufgewachsen


  • Wilhelm Ludowici (1855–1929), Erforscher von Tabernae


  • Barbara Schleicher-Rothmund (* 1959), Politikerin (SPD), hat ihr Wahlkreisbüro vor Ort


  • Florian Bauer (* 1982), Musikproduzent und Rapper „Bo Flower“, in Rheinzabern aufgewachsen



Literatur |



  • 1900 Jahre Rheinzabern, Festschrift zur 1900-Jahr-Feier der Gemeinde, Ludwigshafen 1954


Weblinks |



 Commons: Rheinzabern – Sammlung von Bildern


 Wikisource: Rheinzabern in der Topographia Palatinatus Rheni (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte


  • Terra Sigillata Museum Rheinzabern

  • Internetpräsenz der Gemeinde Rheinzabern

  • Tourismus- und Freizeitseite


  • Literatur über Rheinzabern in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie



Einzelnachweise |




  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).


  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten


  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018, S. 93 (PDF; 2,2 MB).


  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Rheinzabern


  5. abc Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz. 1863, S. XXXIII des Anhangs.


  6. ab Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden. 1873, S. 65.


  7. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013


  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen


  9. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.


  10. rheinzabern.de


  11. terra-sigillata-museum.de


  12. Holcim Kies und Beton GmbH erwirbt neue Kieswerke und ein Trockensandwerk. Pressemitteilung Holcim-Süd. 1. April 2008, abgerufen am 23. August 2012.


  13. Christoph Seidler: Schatzsucher heben das Rheingold. Spiegel Online, 23. August 2012. abgerufen am gleichen Tage.


  14. igs.bildung-rp.de


  15. Datenseite zu Pfarrer Gillmann im Online-Nekrologium des Bistums Speyer


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